In seinem Bericht erinnerte der Vorsitzende an einige markante Termine der SPD, unter anderem einen Vortrag über die Möglichkeiten des Atomausstiegs. Noch immer habe die Partei an der Bürde so mancher Entscheidung aus der Großen Koalition zu tragen, was Wahlerfolge erschwere.
Jeßberger lobte das Engagement der Gemeinderatsfraktion und meinte: »Wir sind ein gutes Team.« Neben einigen geselligen Veranstaltungen des Ortsvereins, wie das Forellenessen und die regelmäßigen Stammtische, bei denen Bürger mit den SPD-Gemeinderäten ins Gespräch kommen könnten, erinnerte Andreas Schmidt besonders an den Vortrag des Vorsitzenden des Parlamentsausschusses für Bildung, Jugend und Sport der SPD im bayerischen Landtag Hans-Ulrich Pfaffmann im Fürstin-Wanda-Haus zum Thema Bildungspolitik. Außerdem legte Schmidt den Kassenbericht vor, der mit einem leichten Plus abschloss.
Wichtige Sanierungsmaßnahmen
Im kommunalpolitischen Rück- und Ausblick ging Fraktionssprecherin Silvia Klee auf die wichtigsten Themen des vergangenen Jahres ein. In elf Gemeinderats-, vier Bauausschuss-, vier Schulverbands- und jeweils einer Verwaltungsgemeinschafts- sowie Finanz- und Kulturausschusssitzung seien wiederum viele Tagesordnungspunkte im nichtöffentlichen Teil abgehandelt worden, bedauerte sie.
Man müsse weiterhin versuchen, möglichst viele Tagesordnungspunkte in die öffentlichen Teil zu verlegen, forderte sie alle Gemeinderatsmitglieder auf. Klee erinnere an wichtige Sanierungsmaßnahmen, wie das Dach der Turnhalle Röttbach und die Fluchttreppe am Kindergarten sowie den Glockenturm am Friedhof. Inzwischen sei festgestellt worden, dass das Dach der Aussegnungshalle ebenfalls sanierungsbedürftig sei, informierte sie.
Widerstand regte sich gegen die Pläne der Regierung von Unterfranken, ein Naturschutzgebiet im Bereich »Bellstein-Röttberg« einzurichten. Das Verfahren sei noch nicht abgeschlossen, berichtet Klee. Nicht erfreut sei man auch über den Verlauf der Mittelschuleinführung gewesen. Letztlich sei Kreuzwertheim in den Mittelschulverband mit Marktheidenfeld hineingezwungen worden. Nach wie vor halte sie es für einen Fehler, eine optimal ausgestattete Hauptschule wie die in Kreuzwertheim mit kleinen Klassen und ausreichend Lehrern zugunsten einer unausgegorenen Lösung zu zerschlagen.
Vereinsunterstützung diskutiert
Zudem erinnerte die Fraktionssprecherin an die Spielplatzgestaltungen im Gemeindedinger und am Fürstin-Wanda-Haus. Sie hoffe, dass auch bald der Platz der Generationen im Mainvorland realisiert werden kann. Als gelungenen Einstieg in die Altortsanierung bezeichnet Klee einige Bauvorhaben, die in letzter Zeit umgesetzt wurde. Sie sagte, auch die jetzt realisierte Erschließung des Gebiets »Zwischen den Türmen« führe in die richtige Richtung. Letztlich habe der Gemeinderat die Reparatur der Laufbahn um den Sportplatz beschlossen, wobei die billigste Lösung gewählt wurde.
Eine Diskussion löste der Vorwurf von Ladislaus Szabo aus, dass die Unterstützung der Vereine durch den Markt Kreuzwertheim zu wünschen übrig lasse. In vielen anderen Kommunen stünden den Vereinen wesentlich mehr Trainingsflächen zur Verfügung, monierte er.
Ein Vorwurf, gegen den sich die Gemeinderäte mit dem Hinweis wehrten, dass in vielen Kommunen die Sportvereine die Plätze selbst bauen und unterhalten müssten und dies in Kreuzwertheim vom Markt übernommen werde.
100 Millionen Euro investieren
Zum Abschluss der Veranstaltung berichtete Uwe Lambinus über die Kreispolitik, wobei er vor allem auf die Themenbereiche Schulstandorte und Krankenhäuser einging. Alleine für diese Bereiche und den Kreisstraßenbau müssten in den kommenden zehn Jahren voraussichtlich 100 Millionen Euro aufgewendet werden, sagte er.
Peter Riffenach für die Wertheimer Zeitung
Hauptversammlung: Beim SPD-Ortsverein wurden alle Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern bestätigt / Rück- und Ausblick
Konsequenter Schuldenabbau ist weiter ein wichtiges Ziel
Kreuzwertheim. Zur Generalversammlung trafen sich die Mitglieder des SPD-Ortsvereins am Dienstag in der Pizzeria Ragusa. Vorsitzender Engelbert Jeßberger begrüßte auch SPD-Kreisrat Uwe Lambinus. Er sprach kurz über die gegenwärtige politische Situation in Deutschland und berichtete über einen Vortrag in Marktheidenfeld, der sich mit der Kernkraft in Deutschland befasste.
Kassierer und Schriftführer Andreas Schmidt gab über die finanzielle Situation Auskunft und konnte ein Plus von 706 Euro vermelden. An Spenden seien immerhin 1100 Euro eingegangen. Zur Zeit verfüge der Ortsverein über ein Vermögen von 10 285 Euro.
Die Kasse hatten Karin Philipp und Margarete Müller geprüft und für in Ordnung befunden, so dass der Vorstand einstimmig entlastet wurde. Uwe Lambinus übernahm die Leitung der Neuwahlen, bei denen die Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern bestätigt wurden.
Silvia Klee lobte in ihrem Bericht die positive Arbeit des Gemeinderats, dessen Beschlüsse oft einstimmig gefasst worden seien. Sie erwähnte die Sanierung des Turnhallendachs in Röttbach mit dem neuen Dachaufbau für 180 000 Euro, die Kindergarten-Fluchttreppe in Röttbach mit neuem Zaun, den Widerstand von Grundstücksbesitzern gegen das vorgesehene Naturschutzgebiet Bellstein-Röttberg sowie die Wiedereröffnung der "Flachstenne".
Sehr beschäftigt habe den Gemeinderat die Schulsituation in Kreuzwertheim. In diesem Zusammenhang bedauerte sie, dass die Hauptschule nicht mehr erhalten werden könne.
Klee informierte, dass am 9. Juni ein neuer Spielplatz auf dem Mainvorland vorgestellt werde. Zudem berichtete sie über die Wiebelbacher Jugend, deren Treff im Bauwagen durch einen Brand verloren gegangen sei und die nun einen neuen Wagen erhalten werde. Außerdem merkte Klee an, dass man hoffe, dass Kreuzwertheim 2013 schuldenfrei sein werde. Erfreulich sei, dass im Laufer weiter gekickt werden könne, da die Klage einer Dame abgewiesen worden sei. Als wichtig stellte sie heraus, dass die Mittagsbetreuung in der Alten Schule beibehalten werde.
Kreisrat Lambinus hob in seiner Stellungnahme zwei Themen hervor: die Schulsituation und die der drei Krankenhäuser. Viel Geld werde man für die Sanierungen oder auch für den Neubau der Realschule und der Kranken-Altenpflegeschule brauchen. Vorgesehen sei auch der Neubau der Main-Spessart-Halle. Einig werden müsse man sich, ob man 50 oder nur 30 Millionen -€šEuro für die Schulen bereitstellen sollte.
Der Kreis besitze drei Krankenhäuser in Marktheidenfeld, Lohr und Karlstadt. Erfreulicherweise sei die Belegung des Marktheidenfelder Hauses jetzt bei 92,8 Prozent, weil nicht mehr so viele Patienten die Rotkreuzklinik in Wertheim bevorzugten.
Doch werde die Sanierung des Krankenhauses in Lohr eine
zweistellige Millionensumme erfordern. Lambinus versicherte, dass alle
drei Krankenhäuser erhalten werden sollen.
Helmuth Winkler für die Fränkischen Nachrichten