Neue Vorstandschaft des SPD-Kreisverbandes

 Gemünden Die Erfassung der anwesenden Delegierten bereitete beim Kreisparteitag der SPD in Gemünden einige Schwierigkeiten. Zunächst schien es, als seien lediglich 45 von 80 möglichen Delegierten gekommen, um die neue Vorstandschaft für zwei Jahre zu bestimmen.

Bei der Wiederwahl von Harald Schneider aus Karlstadt zum Kreisvorsitzenden ergab die Auszählung überraschend 51 Ja-Stimmen und eine Enthaltung. Auch die Stimmen für die Stellvertreter lagen über 45. Also korrigierte Wahlleiter Christian Holzemer nach diesen Wahlgängen die Delegiertenzahl auf 52, nach dem sich alle in die Anwesenheitsliste eingetragen hatten. So ging die Rechnung wieder auf.

Stellvertretende Kreisvorsitzende: Marlene Fischer aus Arnstein (50 Stimmen), Klaus Büttner aus Lohr (48), Thomas Desch aus Triefenstein (48), und Bernd Rützel aus Gemünden (47); Schriftführerin: Blanka Schumacher aus Arnstein (51); stellvertretende Schriftführerin: Amelie-Christin Otto aus Partenstein (46); Kassier: Marianne Kuhn aus Karlstadt (52); Revisoren: Andreas Schmidt aus Kreuzwertheim (51) und Egbert Woite aus Marktheidenfeld (51); Beisitzer: Christian Holzemer aus Frammersbach (46), Ulrike Jäger aus Karlstadt (45), Heidi Wright aus Karlstadt (43), Hans-Joachim Stadtmüller aus Karlstadt (42), Alexandra Kraft aus Gemünden (40), Ragnhild Buczko aus Marktheidenfeld (38), Ruth Emrich aus Lohr (35), Josef Böhm aus Birkenfeld (34), Marco Netrval aus Karlstadt (32), Tanja Reder aus Karlstadt (31), Angelika Franke aus Marktheidenfeld (30), Frank Duckstein aus Lohr (29), Alexander Otte aus dem Sinngrund (28), Manfred Knopf aus Lohr (27), Gert Hofmann aus Karlstadt (26) und Monika Beck aus Hafenlohr (25); Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA): Josef Duchnik aus Himmelstadt (51); Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF): Beate Träger aus Altfeld (52); Junge Sozialisten (Juso): Julian Schaller aus Burgsinn (51); Arbeitsgemeinschaft 60-plus: Hermann Urmann aus Karlstadt (51).

Der SPD-Kreisverband hat 36 Ortsvereine mit zusammen rund 1100 Mitgliedern. Die Neueintritte überstiegen leicht den Mitgliederverlust durch Tod oder Austritt. Kleinster Ortsverein ist der für Mittelsinn und Obersinn. Größter ist der Stadtverband Karlstadt mit 160 Mitgliedern. Ortsvereine hat die SPD nicht in allen Gemeinden des Landkreises.

"Splitterparteien" machen SPD schwer zu schaffen

Kreisparteitag: Harald Schneider griff Freie Wähler scharf an - Hoffen auf Niederlage der CSU bei Landtagswahl

Aber da gibt es einen Haken, denn es bewerben sich noch andere Parteien. Deswegen möchte Harald Schneider den Menschen in Bayern deutlich machen, dass es nur eine "echte Alternative" zur CSU gebe, nämlich die SPD und "nicht die kleinen Splitterparteien".

Von diesen "Splitterparteien" erwähnte Schneider in seiner Kreisparteitagsrede am Samstag lediglich die von ihm so genannte "Freie Wähler Partei". Die Freien hätten nicht nur Strukturen wie eine Partei, "die Freien Wähler sind Partei", meinte er. Lange Zeit verkannt und unterschätzt hätten die Freien ihr Fähnchen stets nach dem herrschenden Wind ausgerichtet und seien damit größer und größer geworden. Doch "sie sind für nichts in unserem Land verantwortlich", so Schneiders Attacke.

Weder auf Bundes- noch auf Landesebene müssten die Freien Wähler unbequeme Entscheidungen treffen wie die etablierten Parteien. So könnten die Freien frei und unbeschwert alles kritisieren, was in der Politik geschehe. Das sei einfach und komfortabel, "so lassen sich Landrats- und Bürgermeistersessel erobern".

Freie Wähler als "Schläfer" Weil die Freien schon längst ihre Unschuld verloren hätten, forderte Schneider nun, die Freien Wähler müssten nun Position auch zu unbequemen Themen beziehen. Von Heidi Wright kam der auf die Freien gemünzte Zwischenruf "Schläfer".

Die Schlappe bei der Kommunalwahl schmerzt die Sozialdemokraten im Landkreis noch immer. Schneider stellte dazu fest, "wir haben Bürgermeister verloren, wir haben den Landratssessel nicht erobert und im Kreistag einen Sitz verloren".

Erste Retourkutsche war die von CSU und SPD im Kreistag verfügte Begrenzung der Landratsstellvertreter auf nur noch zwei Personen. Uwe Lambinus nannte als Grund für diesen Schachzug, dass unter FW-Landrat Armin Grein vorzugsweise der Freie-Wähler-Stellvertreter zum Zuge kam, was sich die SPD nicht mehr gefallen lassen wollte. Außerdem soll das eine Quittung für den Wahlkampfstil der Freien gewesen sein, die sich auf die Parteien eingeschossen hätten.

Als Reaktion auf die Verluste bei der Kommunalwahl rückten nun beim Kreisparteitag im Foyer der Scherenburghalle junge Leute in den Kreisvorstand nach, von deren Mitarbeit sich Schneider neuen Schub für die Bezirkstags- und Landtagswahl verspricht. An seine Leute gab der Kreisvorsitzende die Marschroute aus, "wir dürfen uns keinen Durchhänger erlauben". Es gelte, auf Angriff zu spielen.

Im Landtagswahlkampf wollen die Sozialdemokraten unter anderem auf die Verluste der bayerischen Landesbank verweisen (Schneider: "Die CSU hat unser Geld verzockt") und das gescheiterte Transrapidprojekt aufs Korn nehmen (Schneider: "Das Leuchtturmprojekt der Staatsregierung ist ein echter Rohrkrepierer geworden").

Vor Ort in den Kommunen fehlten Kinderbetreuungseinrichtungen und leistungsfähige DSL-Internetanschlüsse in der Fläche, so Schneiders Kritik an den von der CSU-Landesregierung gesetzten Rahmenbedindungen, "nur die Schlaglöcher in den Staatsstraßen sind mehr als ausreichend". Außerdem stünden Teilhauptschulen auf der Kippe.

 

Der SPD hofft auf ein Landtagsmandat für ihren im Amt bestätigten Kreisvorsitzenden Harald Schneider (2. von links). Um ihn gruppieren sich die Stellvertreter Klaus Büttner (links) sowie Bernd Rützel und Thomas Desch (4. und 5. von links). Mit auf dem Bild: Thorsten Meyerer, SPD-Vorsitzender im Kreis Miltenberg und dort Landtagskandidat (3. von links) und Bundestagsabgeordnete Heidi Wright (rechts).

Berichte und Bild:Ulf Kampfmeier/Main-Echo